Raus und davon – Fahrradurlaub mit Kids

Aufsteigen und los!
Mehr Freiheit, Flexibilität und Nähe zur Natur als bei einem Fahrradurlaub gibt es wohl kaum. Aber: Ist das auch mit Kindern möglich? Und wie alt muss der Nachwuchs dazu sein? Was gilt es dabei zu beachten?

All diesen Fragen werden wir in diesem Beitrag nachgehen.

Kleiner Spoiler: Ein Aktivurlaub auf zwei Rädern ist sogar bereits mit den ganz Kleinen möglich. Sofern man bereit ist, ein paar Kompromisse einzugehen.

Alles eine Frage der Planung
Ein gemeinsamer Urlaub auf dem Fahrrad kann zu einem wunderschönen und unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie werden, an dem alle Beteiligten ihre Freude haben. Wichtig hierbei vor allem ist, die Planung an die Bedürfnisse der Kids anzupassen und bei Bedarf flexibel auf „Ich-hab-keine-Lust-mehr“-Momente reagieren zu können.

Doch wie sieht sie aus, die optimale Tour de Kid?
An erster Stelle steht die Planung der Strecke. Diese sollte so „kindertauglich“ wie möglich passend zum Alter und zur Kondition des Nachwuchses gestaltet werden. Geeignet sind daher tendenziell Routen durch das Flachland ohne größere Steigungen, die mit ausreichend Pausen und kleineren Events geplant sind.

Ein Schokoladeneis im Café, ein Badestopp am See, eine Runde Tiere gucken bei einem Bauernhof. Kinder brauchen Abwechslung und ein Ziel.

In der Kürze liegt die Würze: Die Länge der Tagesetappen
Klar – hunderte von Kilometern am Tag herunterzubrechen ist vermutlich eher nicht drin. Aber ein Pensum von dreißig bis fünfzig Kilometern am Tag ist durchaus ein realistisches Ziel. Hier gilt es, den persönlichen Ehrgeiz herunterzuschrauben und die Länge an die Ausdauer und die Motivation des Nachwuchses anzupassen.

Übernachtungen? Bitte kindgerecht!
Die Tour ist sogar mit Übernachtungen geplant? Dann solltet ihr bei der Wahl der Unterkunft unbedingt auf familientaugliche Übernachtungsmöglichkeiten achten. Viele Jugendherbergen haben ihr Angebot auf ihre ganz kleinen Gäste ausgeweitet und glänzen mit sortierten Spieleangeboten, Wickeltischen und Kinderstühlen, Tobezimmer oder abendlichem Stockbrotgrillen am Lagerfeuer.

Die Frage des Transports
Neben der Route ist es auch wichtig zu klären, wie man mit seinen Kindern von A nach B kommt. Sind sie bereits in der Lage, selbst zu fahren? Und falls ja, wie sattelfest sind sie und wie gut ist ihre Kondition?

Bei sehr kleinen Kindern bis etwa drei Jahren ist ein Fahrradanhänger (www.mytaxxi.de) sicherlich die beste Option. Je nach Modell und Ausführung passen dort bis zu zwei Kinder bequem hinein, inklusive Proviant, Spielzeug und Gepäck. Im Gegensatz zum Fahrradsitz sitzt man darin relativ komfortabel und viele Kids können gut darin schlafen. Darüber hinaus sind sie vor Wind und Wetter bestens geschützt.

Da ein Kindertransporter selbst über keine eigenen Bremsen verfügt, sollten die eigenen Bremsen in einem guten Zustand sein, um auch bei Vollbremsungen und nassem Untergrund stets sicher zum Stehen zu kommen.

Wichtig: Das zulässige Gesamtgewicht darf nicht überschritten werden.

Profi-Tipp: Wenn die Fahrtzeiten an die Schlafenszeiten des Nachwuchses angepasst werden, können gut Kilometer zurückgelegt werden, während die Kleinen friedlich schlummern.

Anspruchsvoller wird die Planung bei älteren Kindern ab vier bis ins Grundschulalter. Hier sind längere Strecken im Anhänger oft zu langweilig und auf dem eigenen Fahrrad aufgrund der Kondition noch nicht möglich. Hier sollte tendenziell auf kürzere Etappen geachtet werden. Aber auch ein leichtes Fahrrad (www.academy-bikes.de) kann den Radius vergrößern, da den Kindern das Handling erleichtert wird.

Möglicherweise ist auch ein Abschleppseil oder eine Tandemkupplung sinnvoll. Diese Tools sind sehr nützlich und können dann zum Einsatz kommen, wenn Motivation oder Kondition nachlassen.

Denkt an Proviant und Unterhaltung
Die Route ist geplant, der fahrbare Untersatz bereit und die Kinder freuen sich. Neben Getränken und leckeren Broten, können entweder kleine Zwischenstopps mit Eis oder Pommes für Motivation sorgen. Oder aber ihr bereitet einfach kleine Dosen mit den Lieblingssnacks vor, wenn auf dem Weg kein Café ist. Zusätzlich kann man auch überlegen, ob ein paar Bücher für den Anhänger Sinn machen, das Lieblingskuscheltier mit auf den Gepäckträger gehört. Da „tickt“ jedes Kind unterschiedlich.

Unser Fazit
Ein Fahrradurlaub mit den Kleinsten ist auf jeden Fall realisierbar und kann zu einem wunderschönen – und vor allem entspannten – Erlebnis für die ganze Familie werden. Vorausgesetzt, man passt die Planung seiner Route und seines Reiseablaufs an die Bedürfnisse seiner Kinder an und besitzt genügend Flexibilität, um auf kleinere Zwischenfälle reagieren zu können. Weniger Ehrgeiz, mehr Fantasie lautet die Devise.

Cai Tegtmeier

Kommunikationsdesign/Art Direction, Mama

Cai Tegtmeier erweckt Fahrräder durch ihre Designs zum Leben. Durch ihre jahrelange Branchenerfahrung, ihren kreativen Kopf und ihr geschultes Auge weiß sie was bei Kind und Jugend gut ankommt. Als Mutter von zwei mountainbike begeisterten Kids ist sie quasi immer up to date bei der jungen Zielgruppe. Familie und Beruf bilden bei ihr automatisch eine Symbiose.

Mein Lieblingsrad: